Liberating Gelsenkirchen

Der lange Weg zum 10. April 1945

Befreier

35th Infantry Division

Kreuz von Santa Fe: Das Symbol der 35th Infantry DivisionKreuz von Santa Fe: Das Symbol der 35th Infantry Division

Als 1940 bereits Bomben auf Gelsenkirchen fielen, waren die USA offiziell noch immer neutral. Die Männer der 35th Infantry Division gingen überwiegend noch ihren zivilen Berufen nach. Die 35th Infantry Division war Teil der Nationalgarde und somit vergleichbar der heutigen deutschen Reserve aufgebaut.

Noch im selben Jahr zogen auch in den Vereinigten Staaten immer unausweichlicher die dunklen Wolken eines bevorstehenden Krieges auf. Jedoch war es hier Japan, welches als potenzieller Kriegsgegner im Vordergrund stand. Eine aktive Teilnahme amerikansicher Truppen an dem "europäischen Krieg" stand zu diesem Zeitpunkt außer Frage. Die Nationalgarde berief Ende Dezember 1940 auch die Angehörigen der 35th Infantry Division für den Zeitraum eines Jahres zu Training und Manövern ein.

US Uniform & Ausrüstung um 1941US Uniform & Ausrüstung um 1941

Kurz vor Ablauf dieses Trainingsjahres überfielen die Japaner Pearl Harbor und aus Manövern in Friedenszeiten wurde ein Kriegseinsatz. Mit der wenige Tage später erfolgten Kriegserklärung Deutschlands an die Vereinigten Staaten wurde aus dem asiatischen Krieg und dem europäischen Krieg nun ein neuer Weltkrieg.

Jedoch erst 3 Jahre später sollte die Division aktiv in das Kriegsgeschehen eingreifen. Am 5. Juli 1944 landeten die ersten Angehörigen der Division in der Normandie und am 11. Juli griff die Division aktiv in die Kämpfe um Nordfrankreich ein.

Über Zentralfrankreich führte der Weg der Division bereits Anfang November 1944 an die deutsch-französchische Grenze. Mit der für die Alliierten überraschenden Ardennenoffensive kam jedoch Ende 1944 jeglicher Vormarsch zum Erliegen und alle verfügbaren Einheiten wurden zur Unterstützung in die Ardennen verlegt, so auch die 35th Infantry Division.

Weg des 134th Infantry Regiments an der Spitze der 35th Infantry DivisionWeg des 134th Infantry Regiments an der Spitze der 35th Infantry Division

Mitte Januar war der deusche Widerstand in den Ardennen komplett gebrochen und die Division setzte sich wieder Richtung Osten in Marsch. Mit der Operation Plunder (dt. Plünderung) überschritt die Division am 25. März 1945 den Rhein und stand bereits am 29. März aus Richtung Gladbeck kommend an der Stadtgrenze zu Buer.

Im Anschluss an die Kampfhandlungen im Ruhrgebiet setzt sich die Division weiter Richtung Osten in Marsch und erreichte bereits am 15. April die Elbe. Dort war der Krieg für die 35th Infantry Division beendet.

Zunächst wurde die Division in Hannover und danach in Koblenz als Teil der Besatzungsmacht stationiert, bevor im Juli 1945 zunächst nach Frankreich und im August nach England verlegt wurde. Am 10. September 1945 erreichte die Division an Bord der Queen Mary die Ostküste der Vereinigten Staaten.

2.825 Angehörige der 35th Infantry Division verloren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben (340 davon gelten als Vermisst). Über 11.000 wurden verwundet.

134th Infantry Regiment

Einheitsabzeichen des 134th Infantry RegimentsEinheitsabzeichen des 134th Infantry Regiments

Das 134th Infantry Regiment ist bis heute ein Teil der 35th Infantry Division. Als erstes von drei Regimentern war das 134th Infantry Regiment bei allen Operationen immer in vorderster Front dabei. Besonders in den Kämpfen um Buer und der darauffolgenden Befreiung von Gelsenkirchen war dieses Regiment einer der Hauptakteure auf Seiten der US-Streitkräfte.

Beheimatet in Kansas geht die Geschichte dieses Regiments bis zurück in die "Indianerkriege", nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges. Aus dieser Zeit stammt auch der Leitspruch des Regiments, welcher in Pawnee-Sprache verfasst ist und soviel bedeutet wie "Die Starken, die Mutigen".

Stille Zeitzeugen der 35th Infantry Division, v. l.: Ausgehuniform eines Sergeants des 161st Artillery Battalions (gefunden in Nebraska), Neues Testament (gefunden in Herne) und Axt (gefunden in Gelsenkirchen). Die letzten beiden Gegenstände wurden von Soldaten im April 1945 an Zivilisten verschenkt. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an die Nachfahren der ursprünglichen Besitzer, dass wir diese besonderen Stücke in unsere Sammlung aufnehmen durften.

8th Armored Division

Schulterabzeichen der 8th Armored DivisionSchulterabzeichen der 8th Armored Division

Aufgestellt 1942 erreichte die 8th Armored (Panzer) Division im Januar 1945 das europäische Festland. Erste Kampfhandlungen bestritt die Division in den letzten Tagen der Ardennenoffensive und rückte anschließend an das Westufer des Rheins vor. Am 24. März überschritt die 8th Armored Division im Rahmen der Operation Plunder den Rhein und rückte nördlich der 35th Infantry Division vor.

Im Anschluss an die Operationen im Norden Buers rückte die Division bis in den Raum Bielefeld vor, wurde jedoch zur Einkreisung des Ruhrgebietes zurück in den Raum Soest beordert, wo sie einen möglichen deutschen Ausbruch aus dem Ruhrkessel verhindern sollte.

Nach Abschluss der Operationen an der Ruhr wurde die Division in Richtung Halberstadt verlegt, wo sie zwei Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald befreite. Später wurde die Division nach Pilsen in der Tschechoslowakei verlegt. Am 19. September begann der Weg über Frankreich und England zurück in die Vereinigten Staaten.

In den nicht ganz sechs Monaten im Kampfeinsatz verlor die 8th Armored Division 958 Soldaten (davon 5 Vermisste) und weitere 1.572 wurden verwundet.

79th Infantry Division

Schulterabzeichen der 79th Infantry DivisionSchulterabzeichen der 79th Infantry Division

Aufgestellt als Division der Reserve wurde die 79th Infantry Division am 15. Juni 1942 in den aktiven Dienst berufen und erreichte Großbritannien am 17. April 1944.

Am 12. Juni 1944 ging die Division in der Normandy an Land und kämpfte im Osten Frankreichs entlang der Antlantikküste Richtung Süden. Durch Südfrankreich führte der Weg zunächst an die deutsch-französische Grenze und ging über den Winter 1944/1945 entlang der Maginot Linie in die Defensive.

Im Frühjahr 1945 rückte die Division hinter der Front auf den Rhein vor und überquerte diesen am 24. März 1945. Bis zum Abschluss der Operationen im Ruhrkessel war die Division als Nachhut eingesetzt, um letzte Widerstandsnester auszuschalten. Im Anschluss wurde die Division zunächst in Dortmund, dem Sudetenland und Bayern als Besatzungstruppe eingesetzt. Am 10. Dezember 1945 kehrte die Division in die Vereinigten Staaten zurück.

3.055 Männer fielen während der Kampfhandlungen in Europa, wovon 579 als vermisst gelten. Beinahe 11.000 weitere wurden verwundet.

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